Muss Regenwasser vom Trinkwassernetz getrennt werden?
Ja, Regenwasser und Trinkwasser müssen technisch sicher getrennt bleiben. Regenwasser ist Brauchwasser; es darf nicht über eine direkte Verbindung in die Trinkwasserinstallation oder das öffentliche Netz zurückgelangen.
Der kritische Punkt ist die Nachspeisung. Wenn die Zisterne leer ist, darf Trinkwasser nicht einfach über ein Rohr, einen Schlauch oder eine provisorische Verbindung in das Regenwassernetz laufen. Dafür braucht die Anlage eine geeignete Sicherungseinrichtung. Der freie Auslauf beschreibt das Grundprinzip: Zwischen Trinkwasserzulauf und Brauchwassersystem bleibt eine Luftstrecke, damit kein Wasser zurückgesaugt oder zurückgedrückt werden kann.
Zur Trennung gehört auch die Kennzeichnung. Leitungen und Entnahmestellen für Nichttrinkwasser müssen dauerhaft unterscheidbar sein, damit niemand Regenwasser als Trinkwasser nutzt oder bei späteren Arbeiten Leitungen verwechselt. Bei Überlauf und Notüberlauf kommt die Rückstauebene dazu: Entwässerung unterhalb dieser Bezugshöhe braucht eine passende Rückstausicherung oder eine andere fachgerecht geplante Lösung.
Das ist eine sicherheits- und hygienerelevante Einordnung, keine Anschlussanleitung. Für Hausanlagen sind Fachplanung, die allgemein anerkannten Regeln der Technik und die Abstimmung mit Gesundheitsamt, Wasserversorger oder Kommune relevant. Die B6-Glossarbegriffe freier Auslauf und Rückstauebene erklären die beiden Kernstellen; der Betriebskosten-Ratgeber bündelt sie mit Wartung und Anlagenentscheidung.
Provisorische Schlauchverbindungen zwischen beiden Netzen gehören deshalb nicht in eine dauerhaft betriebene Anlage.